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26.11.2009 16:44 Alter: 287 Tage

Nati-Coach: WM 2009

Kategorie: Nati-Coach, Natiteam

Von: Reto Fankhauser

Die Weltmeisterschaften sind vorbei, daher eine kurze Aufarbeitung der Resultate meinerseits.

Frauen WM in Como/Italien

Andrea Zürcher war die einzige Athletin, welche in der Klasse Body-Building bis 55kg für die Schweiz an den Start ging. Da sie letztes Jahr mit dem 7.Platz knapp das Finale verpasst hatte und dieses Jahr stark verbessert antrat, hatten wir im Vorfeld grosse Hoffnungen, dass sie das Finale erreichen würde. Dass es nur zu einem 10. Platz reichte, hatte überhaupt nichts mit ihrer wirklich guten Form zu tun, sondern damit, dass sie schlichtweg ein übersehen wurde.  Wie konnte dies geschehen? Nun Andrea ist eine sehr schüchterne Person und zeigt auf der Bühne wenig Selbstvertrauen was dazu führt, dass sie im Line-Up nicht „präsent“ ist.  Solche Defizite werden auf internationalem Niveau brutal abgestraft. Als ich nur wenige Wochen nach der WM mit Juroren sprach, die Andrea’s Klasse gewertet haben, konnte sich im ersten Moment niemand mehr an Andrea erinnern. Das sagt schon alles. Daher wird Andrea in Zukunft den Schwerpunkt nicht nur auf die Verbesserung ihres schon wirklich erstklassigen Körpers legen müssen, sondern auf Präsentation und Auftreten. Ich bin mir sicher, wenn sie dieses Manko ausgleichen wird, kann sie mit der absoluten Weltklasse mithalten.

 

Herren WM in Doha/Qatar

Leider hatten wir letztendlich nur zwei Athleten, welche die Schweiz  in Doha vertreten haben.  Fernand Olloz, unser Schweizermeister Gesamtsieger vom Jahr 08, hatte seinen ersten Auftritt im Superschwergewicht.  Er glänzte mit einer ausgezeichneten Form und gutem Kampf. Seine Linie ist ausgezeichnet, es fehlt im lediglich noch etwas Masse im Oberkörper. Ich bin mir aber sicher mit Pat Tuors Unterstützung, wird dies nur eine Frage der Zeit sein, bis er um Finalplätze mitreden wird. Mit etwas Glück hätte es dieses Jahr schon reichen können. Mit dem 10. Platz wurde er sicher nicht überbewertet. Er ist ein Mann für die Zukunft.
Sener Cinoglu startete bis 100 kg. Was bleibt mir über diesen Ausnahmeathleten noch zu sagen? Dass er auf der Bühne  immer 110% bringt. Dass er der erfolgreichste Athlet der Schweiz in den letzten Jahren ist. Dass er sich seit Jahren immer wieder  verbessert. Dass er Sport, Beruf und Familie unter einen Hut bringt. Man könnte die Liste noch endlos weiterführen. Er war in der Form seines Lebens und wurde in der brutalsten Klasse der WM Fünfter. Und dies ohne CH-Jury.  Super gemacht mein Freund, ich bin stolz und glücklich dich hoffentlich noch lange im Team zu haben!!

 

Masters WM in Bialystok/Polen

Wir hatten dieses Jahr zwei Athleten am Start. In der Klasse Body-Fitness startete Dagmar Simmen, welche mit grossen Ambitionen an die WM fuhr. Letztes Jahr mit Bronze geehrt, wollte sie dieses Jahr stark verbessert, mehr. Um es kurz zu machen, es wurde wieder Bronze. Nach der Vorwahl noch auf Platz zwei, wurde sie im Finale klar auf drei gesetzt, was Bronze bedeutete.  Ich persönlich kann nicht sagen ob ich zufrieden damit bin. Am Jurymeeting wurde nochmals eindringlich darauf hingewiesen, Weiblichkeit über alles zu stellen und Härte, wie sie bei den Bodybuilderinnen verlang wird, mit Abzügen zu bestrafen. Nun Dagi war die Weiblichste mit der besten Harmonie, also hätte sie eigentlich nach den Regeln gewinnen müssen. Da aber dann die härteste Athletin der ganzen Meisterschaft gewann, muss man ja wieder mit dem 3. Platz zufrieden sein. Das war Dagi dann auch. Aus meiner Sicht, hätte die Polin, welche dann Zweite wurde gewinnen müssen,  und die Siegerin hätte gar nicht ins Finale gehört. Dies aber nur betreffend den Regeln, denn wenn man  weiss, was sich diese Athletin antun musste um so hart zu werden, verdient das aus sportlicher Sicht sicher Respekt.
In der neuen Klasse Classic Bodybuilding ging Roman Senti an den Start. Er war in hervorragender Form. Beinahe so hart wie die Siegerin der Body-Fitness Klasse, aber zum Glück etwas massiger. Kleiner Scherz!  Nach der Vorwahl war klar, dass er das Finale erreichen würde. Im Finale setzte er dann noch einen drauf und gewann überraschend aber völlig verdient Silber. Grossartige Leistung und sicher einen grossen Dank an Dani Schena, welcher ihn vorbereitete und auch an der Meisterschaft einen super Job machte.

Damit ging wiederum ein gutes Jahr für die kleine Schweiz zu Ende. Wir holten im Jahr 09, 2x Silber, 2x Bronze und zwei Finalplätze. Auch die restlichen Plätze waren nie schlechter als 10. Darauf können wir stolz sein!

Ich danke an dieser Stelle , Dani Zumbach, Pat Tuor, Dani Schena und Dagi Simmen. Ohne sie wären diese Resultate nicht zustande gekommen!

Merry x-mas   wünscht Nati-Coach Reto